Vom Kampf ums richtige Visum
Weiter gings Richtung Hauptstadt. Da Togoville am nächsten Morgen noch genauso wenig zu bieten hatte wie am Tag zuvor, entschieden wir uns schnell für eine Pirogge, die uns an das südliche Ufer des Lac Togos brachte, von wo aus es mit dem Taxi ab nach Lomé ging.
Der erste Aufenthalt dort war eher stressig und erzwungen als irgendein urlaubmäßiges Genießen… das richte Amt suchen, warten, warten, warten, sich von Macho-Beamten behandeln lassen als wäre man dumm, Formulare zum x-ten Mal ausfüllen und immer wieder unter die Nase gerieben bekommen, dass dein Gegenüber am längeren Hebel sitzt und dir, wenn du nicht immer schön nett lächelst, mal ganz schnell eins reinwürgen kann…
Ergebnis: Eine Nacht in Lomé verbringen, um auf die Visumsverlängerung zu warten.
So konnten wir immerhin schon mal ein bisschen Lomé erkunden, was, verglichen mit dem stressig, dreckig-versmogten Cotonou, einige wirklich schöne Ecken hat. Und wenn man dann noch gut und billig an jeder Ecke leckere Dinge findet, ist die Equipe auch wieder versöhnt…
Am Nachmittag des nächsten Tages hatten wir es dann endlich in der Hand: Das richtige Visum für den zweiwöchigen Aufenthalt!
Ab gen Norden
Und weiter gings nach Notsé, gen Norden, wo es eigentlich auch überhaupt nichts gibt außer einen netten Freiwilligen, der uns beherbergte und mit uns ein dickes Fufu essen gegangen ist.
Fufu ist in Togo das, was in Benin Ignam Pilée ist. Gestampfter Ignam, auch mal variiert mit Maniok. Zusammen mit einer leckeren Soße echt lecker. In Notsé gabs dazu noch lecker Fleisch von der Buschratte.
Nächstes großes Ziel: Kpalimé, im Südwesten Togos, nahe der ghanaischen Grenze.
Von Notsé nach Kpalimé fährt jedoch nur einmal am Tag ein Buschtaxi über eine bucklige Sandpiste. Wie immer: Schlechte Straße, überladenes Taxi, Panne.
Und diesmal nicht mal ein Wagenheber an Bord. Aber zu dritt geht das Warten mitten im Busch auch schneller rum….
Letztendlich waren wir dann doch dort, wo unsere Reise eigentlich hingehen sollte: In den „Bergen“ Togos. Endlich mal wieder Berge sehen, dazu noch alles herrlich grün. Und gleich findet man interessante Neuheiten wie rote Bananen und andere neue Früchte.
Unser eigentlicher Aufenthalt in Kpalimé begann dann leider erst mal mit einem richtigen Regentag, sodass wir nicht viel unternommen haben.
„Hoch“ hinaus
Sobald man das Haus wieder verlassen konnte, startete die Equipe zur Tour auf den höchsten Berg Togos. Ok, verglichen mit anderen Bergen, sind die 942m des Mont Agou nichts…wir waren trotzdem einen ganzen Tag auf dem Berg unterwegs, durch Wälder, wunderschön gelegene Gebirgsdörfer, Kakaoplantagen, urwaldähnliches Gestrüpp und schließlich auch Regen- und Nebelwolken.
Der Gipfel hing nämlich leider in einer dicken Wolkensuppe, was uns jedoch nicht davon abgehalten hat, bis nach oben weiter zu marschieren. Auf dem Weg dorthin wurde alles gegessen was zu finden war: Kakaofrüchte (superlecker!), Bananen, Fufu bei einem netten alten Mann in einem Dorf, geröstete Kakaobohnen… Die mysteriösen Beamten auf der Gipfelstation, die für die letzten paar Meter Geld verlangt haben, waren dann mit einem echten Dogboer Sodabi und einem netten Lächeln auch schnell zu befriedigen und so konnten wir ein stilechtes Gipfelfoto schießen, auch wenn man sich den Ausblick hinter uns, der bis zur Volta-See-Region in Ghana reichen soll, eben dazudenken musste, weil nichts zu sehen war als eine dicke Wolkenwand.
Der Abstieg war eine ziemliche Rutschpartie, aber schlussendlich sind wir dann doch wieder heil, wenn auch nass, völlig verdreckt, voller merkwürdiger roter Pusteln auf der Haut und totmüde, zurückgekommen.